Aufstieg

Unser flüssiges Universum

von Jasmuheen

Ein Artikel aus der Sommerausgabe des 'Lichtfokus', mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des Elraanis Verlags.


Ich hatte gar nicht damit gerechnet, so bald schon wieder einen Artikel für den Lichtfokus zu verfassen, aber dann erhielt ich in neuerer Zeit immer wieder innerlich einen Schubs, und etwas flüsterte: "Tu's jetzt, tu's jetzt", also mache ich es.

Was genau hat da solche Dringlichkeit? Auf einer gewissen Ebene gibt es nichts Neues, und doch läuft alles, was bei meinen letzten Veranstaltungen in Übersee immer wieder heraus kam, darauf hinaus, dass es jetzt an der Zeit ist. Es ist jetzt an der Zeit. 2012 ist da. Die Zeit hat sich beschleunigt. Die ganze Arbeit, mit der wir uns schon so lange beschäftigen, hat für eine Beschleunigung gesorgt. Die Zeit ist gekommen – jetzt!

Es heißt, dass der vorherrschende Puls der Menschheit im Jahrzehnt vor dem Ende des Mayakalenders darüber entscheidet, welche Richtung der nächste Kalender nimmt. Von daher haben seit 2002 viele metaphysisch Interessierte stark auf 'bewusstes Erschaffen' geschaltet. Zusammen mit den Schamanen unserer Welt haben viele sich heute in einen Zustand hinein begeben, in dem das Universum so außer sich ist vor Ekstase, dass es buchstäblich Purzelbäume schlägt zu unseren Füßen und wir uns inspiriert fühlen, bewusst unsere perfekten Paradigmen ins Leben zu rufen, die im Anschluss an ihre Erschaffung dann alle zu einer ganz bestimmten Harmonie verschmelzen werden.

Dieses Verschmelzen und diese Manifestationsprozesse finden heute bereits statt. Da wir alle eins sind, können wir uns diesen Umstand zunutze machen, indem wir auf bestimmte Programme und Intentionen zugreifen, die dem universellen Gesetz zufolge das Energiefeld der breiten Masse in eine bestimmte Richtung lenken werden.

Hier und jetzt manifestieren sich Chancen oder Fenster zu bestimmten Möglichkeiten, die uns darin unterstützen, ganz bestimmte Dinge zu erreichen. Jetzt ist eine solche Zeit gekommen.

Kräfte sind zusammen gekommen, um denen, die sich dessen bewusst sind, eine Chance zu bieten, als die Schöpfergötter zu agieren, die wir sind und bestimmte Zustände der Wirklichkeit einzuläuten, bevor das flüssige Universums, in dem wir derzeit leben, erstarrt. Es hat Äonen in Anspruch genommen, das so einzurichten – derartige Kräfte perfekt aufeinander abzustimmen, damit wir wach werden für die Göttlichkeit, die wir sind, um so die flüssige Natur des Universums zu verstehen.


Tokio – Japan 07.03.2008

Wenn alles ohnehin nur unser eigenes Bewusstsein spiegelt, so ist es auf einer gewissen Ebene ja schwierig, uns zu irgendetwas zu äußern. Wir können Beobachtungen nur in dem Wissen anstellen und gewonnene Erkenntnisse nur in dem Wissen weitergeben, dass die einzige Wahrheit in der Erfahrung liegt, die sich einstellt, wenn wir im Herzen der Matrix der Schöpfung stehen und uns erlauben, ganz in ihrer Liebe aufzugehen und uns von ihr überwältigen zu lassen. Alles andere muss automatisch auf der mentalen Ebene angesiedelt sein und ist wiederum der allgemeinen Interpretation überlassen.

Jedes Mal, wenn ich einen unserer Rundbriefe verschicke, schreibt mich zum Beispiel jemand an, um mir eine andere Sichtweise mitzuteilen, über die ich mich immer freue, während andere das dort Mitgeteilte interpretieren, um mir zu sagen, dass ich es 'noch nicht ganz kapiert' habe oder dass ihre Sicht der Dinge sich auf einen besseren Informationsstand stützt oder dass sie etwas wissen, das ich nicht weiß.

Auch das alles ist wiederum wunderbar, da es uns zum Nachdenken bringt und unser Wachstum fördert. Wieder etwas, das zum großen Erkenntnispool beiträgt, denn wir sind nur so stark wie unser schwächstes Glied. Vielleicht bin ich ja auch naiv in meiner Einstellung, denn ich denke tendenziell, dass die meisten immer in jeder Situation ihr Bestes geben. Ich weiß auch, wenn wir wirklich unser ganzes Sein der göttlichen Kraft überlassen haben, die wir sind, so wird sie uns perfekt führen. Wenn wir zu sehr aus dem Ego heraus agieren, werden die Umstände auf der universellen Ebene so arrangiert, dass es uns auf die Knie zwingt und uns die Tugend der Demut verleiht, vor allem, wenn es unser wahrster Herzenswunsch ist, auf eine Weise zu dienen, die dem höchsten Wohl aller dient.

Ich weiß noch, wie vor vielen Jahren jemand aus den geistigen Welten mir die Information zusteckte, dass die Energie des Verurteilens und Wertens die verheerendste sei – auf uns selbst bezogen wie auch auf andere – und dass eines der größten Geschenke, die wir uns und anderen machen könnten, das Geschenk bedingungsloser Liebe sei, getragen von dem Wissen, dass die göttliche Kraft in uns allen uns durch so viele verschiedene Erfahrungen hindurch geleitet, damit wir mehr Tugenden ansammeln und unter Beweis stellen können, und auch, um uns die wundersame Erfahrung zu vermitteln, ein göttliches Wesen zu sein, das in einer stärker verdichteten Dimension lebt – mit allem, was dazugehört.

Wie schon so oft von mir gesagt, gibt es verschiedene Stadien, die wir auf unserer Reise durch die Felder des Lebens durchlaufen, wenn wir offen dafür sind, das Göttliche zu manifestieren, das wir sind, und diese werden in vielen Büchern geschildert, auch in welchen von mir. Irgendwann kommen wir schließlich alle in diesem Raum absoluter Vollkommenheit an, wo alles, was wir sehen, das Gute an allen sowie der Gott in allen ist, und dann hungert es uns mit einem Mal nach gar nichts mehr. Es ist ein Raum des Seins, nicht des Tuns, da das, was wir persönlich ausstrahlen, alles, was gerade gebraucht werden mag, mühelos und mit Gnade in die Welt aussendet.

Die Energie, die von uns persönlich ausstrahlt, hat auch Auswirkungen auf unsere Umwelt, unabhängig davon, wie unser Wirklichkeitsmodell beschaffen sein mag – es handelt sich lediglich um ein natürliches System, das von der magnetischen Anziehungskraft bestimmt wird. Von daher wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, bewusst wahrzunehmen, was wir ausstrahlen, und von daher auch die Flut von Werkzeugen zu unserer Reharmonisierung, die uns von den Schamanen der Eingeborenenkulturen, den Yogis und Metaphysikern an die Hand gegeben werden.

Gnade ist mit ein Hinweis darauf, dass das größere Ganze von der Art profitiert, wie wir unser Leben führen. An der Reaktion des Universums auf uns und daran, wie viel Gnade in unserem Leben ist, können wir ablesen, ob unsere spirituelle Realität und unsere Lebensweise für uns funktionieren. Gnade kann als stetiger Strom vorhanden sein – ein machtvoller Fluss, der uns als die Schöpfergötter, die wir sind, mühelos durch das Leben trägt – oder sie ist ein sporadisch auftretendes Ereignis, das uns dann, wenn wir es sehen und spüren, mit dem Hunger nach mehr zurücklässt.

In den tiefsten Strömungen der reinsten Felder der Liebe kann es keinen Hunger und kein Verlangen nach irgend etwas geben, denn wir erleben nichts als tiefste Zufriedenheit und tiefsten Frieden; es gibt in unserem Leben Gnade in Hülle und Fülle; es mangelt uns an nichts, wir sind frei. Und weiter?

Ich sage "Und weiter", da sich dieses Leben für viele nicht mehr um persönliche Wirklichkeiten dreht, sondern um globale. Für andere geht es auch um das Universelle. Ist die persönliche Realität erst einmal wirksam genug gesichert worden, um auf der inneren Ebene einen beständigen Fluss der Gnade und Unterstützung anzuziehen, fehlt es uns in unserer Meisterschaft an nichts mehr; denn wir verstehen die Prozesse in den Feldern. Dann wird aus unserer Zeit hier eine Zeit, die im Zeichen des Dienens steht, zur Erhöhung der Qualität des Ganzen. Nicht weil wir unter einem 'Gotteskomplex' leiden oder uns als Retter der Welt aufspielen müssen, sondern einfach, weil es für die Erde an der Zeit ist, massenhaft in ein höheres Paradigma einzutreten, und wir alle steuern das Timing, wann es dazu kommt.

Um zur nächsten prophezeiten Ebene weiter zu gelangen, müssen wir uns in Liebe zusammentun und uns auf Paradigmen ausrichten, die alles Leben ehren und achten. Es ist nichts Geheimnisvolles am Erleben von Göttlichkeit; wie Energiefelder wirken, ist recht simpel. Worauf wir uns konzentrieren, das wächst – wir alle wissen das.

Wir wissen auch alle, dass viele jetzt im Dienst am größeren Ganzen unter uns wandeln, um diesen Prozess der positiven Evolution zu unterstützen. Einige tun dies, indem Sie auf dem Gipfel eines Berges sitzen und die Fülle eines jeden Augenblicks genießen; sie sind einfach nur und tun kaum etwas anderes als einen konstanten Strom ihrer Liebe durch die Felder auszustrahlen. Andere tun dies, indem sie sich uneigennützig um Angehörige und Freunde kümmern. Einige bringen Kunstwerke oder Musik hervor, die das Licht der Seele erwecken, während andere Bücher schreiben oder Bedürftigen zu Hilfe kommen. Einige haben all das getan und mehr, und einige haben noch damit zu kämpfen, sich einen Reim auf das Ganze zu machen oder sind lediglich mit dem Überleben beschäftigt.

Für diejenigen, die noch dabei sind, den Sinn von all dem zu begreifen oder schlichtweg zu überleben, kommt ein Zeitpunkt, zu dem sie wie ein Magnet Hilfe anziehen, wenn es ihrem höchsten Wohl dient. Manchmal müssen wir uns durch so etwas alleine durchschlagen, um zu einer gewissen inneren Stärke oder Erkenntnis zu gelangen, die nur zu erzielen ist, indem jeder Moment davon durchlebt wird.

Die Komplexitäten sind endlos; denn wir sind kreative Wesen, und die Matrix der Schöpfung ist unermesslich. Uns stehen die unterschiedlichsten Spielarten von Wirklichkeit zur Verfügung, aber nichts von dem hier Geschriebenen ist neu.

Während ich in Tokio in meinem Hotelzimmer im 14. Stock sitze, beobachte ich, wie die über den Himmel wandernden Luftströme Wolken vor sich her schieben, die sich grau gefärbt haben und regenschwer aussehen. Nebel hat sich über die Stadt herab gesenkt, und die Sicht hat sich plötzlich verschlechtert. Nur ein paar Stunden früher war ich unter einem klaren blauen Himmel im Shiba Park spazieren gegangen und hatte in tiefer Meditation im Tempel gesessen. Das Leben ändert sich, ganz wie das Wetter, ständig, und doch lässt es sich auf einigen Ebenen leichter vorhersagen als das Wetter.

Glück hängt davon ab, womit wir unsere Zeit verbringen, so haben wir zu spielen, um die magische Formel zu finden. Die magische Formel, die das verändert, was wir in die Felder hinaus ausstrahlen und was dann darüber entscheidet, wie die Felder reagieren und wie viel Gnade und Glück wir erfahren und wie wir auf die Welt einwirken.

Dennoch geschieht ab und zu etwas Unvorsehbares, eine Segnung oder ein unvorhergesehener kleiner Stau im Fluss, etwas, das uns schocken kann oder uns erst einmal herumwirbelt. Wir alle haben schon derartiges erfahren, was uns unvermittelt aus dem Gleichgewicht bringen kann oder uns vor die Herausforderung stellt, unseren inneren Frieden zu bewahren. Doch jetzt tut sich gerade etwas anderes in den Feldern, und darum soll es hier gehen.

Wie schon gesagt, sind zum jetzigen Zeitpunkt viele Schamanen und Metaphysiker auf der Erde in einen Raum eingetreten, den ich das "flüssige Universum" nenne. Und wenn wir das Feld auf den inneren Ebenen abtasten, sind da keine Blockaden, nichts, was die perfekte Manifestation ihrer tiefsten Herzenswünsche bremsen würde. Vielleicht kommt es durch ihre unermüdlichen Bemühungen um Erfüllung der Aufgaben, die zu ihrem Dienst dazugehören, oder es liegt an der Reinheit ihres Herzens und all dem, was sie Leben für Leben schon auf der Erde erreicht haben. Es spielt keine Rolle, warum – jedenfalls geschieht es, und zwar jetzt.

Irgendwie fließen die Felder so sehr zusammen, dass viele in das gemündet sind, was ich die Shambala-Schnellstraße nenne – einen Strom der Gnade, der wie ein Fluss durch die Matrix fließt, um den dort existierenden Lebensströmen eine bestimmte Richtung zu geben, die sie nunmehr selbst bestimmen können. Auch das ist nichts Neues, da wir alle uns ja unserer meisterlichen Fähigkeiten im Prozess des Miterschaffens bewusst sind. Da wir jedoch alle eins sind, alle untereinander verbunden, wird das, wozu einer Zugang hat, auch für die anderen zugänglich, wenn sie sich auf dasselbe Paradigma einschwingen und sich auf die entsprechende Frequenz bringen. Mit einer einzigen Einschränkung natürlich: wie dies von den Feldern aufgenommen wird. Denn der Saft, der die Schöpfung eigentlich vorantreibt, ist die Liebe. Je mehr Liebe wir erfahren und in die Felder ausstrahlen, desto leichter wird die Manifestation höherer Paradigmen und desto mehr Unterstützung erhalten wir, da Liebe auf Liebe reagiert.

Kurz und gut: Das alles bedeutet, dass wir jetzt Zugang zu einer außerordentlich profunden Kraft großer Liebe, Weisheit und Kraft haben, die die Evolution der Menschheit dahin führt, tiefste Herzenswünsche zu erfüllen und eine ganz bestimmte Richtung einzuschlagen. Während ich diese Worte niederschreibe, beginnt draußen am Himmel Donner zu grollen, und Regen setzt ein. Natürlich beginnt alles bei uns, aber viele haben nun die Sache mit der inneren Reinigung hinter sich, manifestieren sich in all ihrer Göttlichkeit, haben voll und ganz ja gesagt zu ihrer Natur als aufgestiegene Meister, leben in einem Feld der Liebe und Gnade und haben ihr eigenes persönliches Paradies manifestiert.

Und jetzt?

Was machen wir hier, nachdem wir all das erreicht haben?

Wir dienen.

Vorbildlich. Ehrenhaft. Mit Liebe und Weisheit, wertfrei, einfach auf das Sein ausgerichtet und so handelnd, wie wir innerlich geführt werden, zum Wohl des Ganzen und ohne Anhaftung an das, was wir tun.

In seinem Song 'Love is My Religion' (von dem gleichnamigen Album) singt Ziggy Marley: "I don't condemn, I don't convert, this is a calling, have you heard?" ("Ich verdamme nicht, ich bekehre nicht; hier ertönt ein Ruf, hast du ihn gehört?")

Liebe macht süchtig. Sie ist ihrem Wesen nach so überschäumend wie ihre Freude. Ihre Tiefe und ihr reicher Lohn packen uns unversehens. Da sind die tiefsten Strömungen reinster Liebe, die durch die Matrix des Lebens sprudeln, die dann wiederum durch uns hindurch sprudelt. Wenn wir durch unsere Lebensführung und unseren Fokus in diesen Strom eintauchen, erhalten wir alle Nahrung, die wir brauchen, so dass wir frei werden dafür, diese Liebe zu schenken, ohne sie an Bedingungen welcher Art auch immer zu knüpfen und ohne Gedanke an eine Belohnung. Und genau in diesem Akt reiner Absichten stellen sich die erstaunlichsten Geschenke ein. So verhält es sich bei den Feldern, wenn der Meister der beste Diener ist und jene, die reinen Herzens dienen, den Meister in ihrem eigenen Inneren entdecken.

Ich lade also alle ein, sich den flüssigen Zustand unseres Universums zunutze zu machen. Seid euch eurer Wünsche und Intentionen bewusst, gewinnt Klarheit über das, was ihr in eurer persönlichen Welt und auch global sowie universell manifestiert sehen möchtet. Interdimensionale Welten verschmelzen derzeit, und die Unterstützung und Möglichkeiten zu dauerhaftem inneren und äußerem Frieden, die sich jetzt bieten, sind unbegrenzt.

 


Dieser Artikel ist der Ausgabe Nr. 22 (Sommer 2008) des "Lichtfokus" entnommen. Das Heft kann auf der Website von Elraanis bestellt werden.