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Toltekische Aphorismen

von Theun Mares
übersetzt von Gerhard Hübgen


Ein toltekischer Aphorismus ist eine Verbalisierung einer bestimmten toltekischen Lehre. Tatsächlich wird die gesamte toltekische Lehre in Aphorismen weitergegeben. Die begleitenden Erklärungen, z.B. in Büchern von Theun Mares, dienen hauptsächlich der Erläuterung spezieller Aspekte. Dennoch ist es unmöglich, den vollen Umfang und die Bedeutung jedes Aphorismus in Worten auszudrücken. Verschiedene Menschen werden den gleichen Aphorismus auch unterschiedlich auffassen, weil ihre Erfahrungen und ihre Wahrnehmung verschieden sind.

Ein Schüler wird angehalten, mit den Aphorismen zu arbeiten, damit er Wissen über sich selbst, sein Verhalten und das Verhalten anderer erhält und ebenso Einsichten in sein Schicksal und den Zweck und die Bedeutung von allem. Beispiel:

Der einzige Fehler im Leben ist, nicht zu kämpfen.

Was bedeutet dieser Aphorismus? Auf den ersten Blick scheint die Bedeutung klar zu sein, ohne großen Hintergrund. Wenn man jedoch über die vordergründige Bedeutung hinausgeht und anfängt, mit ihm zu arbeiten, kann man eine Menge herausfinden.

So würde man sich Fragen stellen wie: „Was betrachte ich als Fehler?“ „Was tue ich, wenn ich sehe, dass ich irgendwo einen Fehler gemacht habe?“ „Schiebe ich es auf mich oder andere?“ „Gebe ich dem Gefühl, schuldig zu sein, nach?“ „Gebe ich auf?“ „Weiß ich, wie ein scheinbarer Fehler in Erfolg verwandelt werden kann, damit alle profitieren können?“ „Wenn nicht, wie verharre ich unbeweglich, nachdem ich einen ‚Fehler’ gemacht habe?“

Die Fragen könnten noch weiter gehen und wenn man es ehrlich angeht, gewinnt man seine eigenen Antworten vom Leben und wird eine Fülle von Wissen über sich selbst, andere und das Leben allgemein bekommen. Und Wissen über sich selbst enthält eine Kraft – Kraft, die niemand wegnehmen kann.



Der Status eines Kriegers ist nicht das Endergebnis eines bestimmten Trainingsprogramms, sondern ist eher eine stille Anerkennung des Selbst, die aus dem Wissen stammt, dass man auf dem Pfad des Kriegers makellos geworden ist. Ein Krieger zu sein, ist kein Ziel an sich, sondern ist stattdessen die ewige Frage nach Wissen und Freiheit, die sich bis ins Unendliche erstreckt.



Das Leben eines Kriegers ist eine Strategie in Selbstdisziplin. Jede Aktion, jeder Gedanke und jedes Gefühl muss sorgfältig gewählt werden, je nach Bedarf. Krieger können ihre Zeit und ihre persönliche Energie nicht auf Themen verschwenden, die für ihr Schicksal belanglos sind.



Krieger kennen jeden Aspekt ihres Wesens sehr genau, sogar ihre verborgenen Neigungen und ganz besonders ihre versteckten Potenziale. Um das zu erreichen, benutzen Krieger ihre Umwelt als Spiegel, denn in diesem Spiegel ist alles enthüllt.



Wenn du einmal deine Sicht der Welt eliminiert hast, wirst du erkennen, dass es eine unendliche Anzahl verschiedener Realitäten gibt. Um auf diese Realitäten zugreifen zu können, musst du dich hineinträumen, in exakt derselben Art, in der du dich in deine soziale Konditionierung hineingeträumt hast.



Aus Theun Mares, Cry of the Eagle


Was erwartet die Selbstmörder nach dem Tod?


Theun Mares, toltekischer Nagual starb am 5. September 2011


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